Einige Gedanken.................

Anerzogene Hyperaktivität:

Statt zu vertiefen, was er daheim schon ansatzweise gelernt hatte, nämlich sich auch ab und zu stillvergnügt allein zu beschäftigen, zu akzeptieren, daß Spielende auch Spielende bedeutet, daß der neue Menschenpartner, so wie bisher Mutterhündin und Geschwister, bei bestimmten Aktivitäten oder an bestimmten Orten nicht gestört werden will, geht man, begeistert von seinem Tatendrang und Durchhaltevermögen, sofort auf jede seiner Regungen ein, läßt sich noch zu einer Tobe - Runde hinreißen, wirft noch mal das Bällchen, hängt noch eine halbe Stunde Spazierengehen dran.

Und natürlich ist man hocherfreut, gerührt, geschmeichelt, wenn einem der Knirps auf Schritt und Tritt folgt, wild wedelnd und unternehmungslustig angewackelt kommt, kaum daß man ihn anschaut.

Der junge Hund lernt daraus schnell: Immer in Aktion sein, ist das Motto des Hauses. Es ist doch leicht einzusehen, daß ein Hund der förmlich darauf gedrillt wurde, aktiv zu sein bis zum umfallen, den inneren Motor ständig auf Hochtouren laufen zu lassen, seine anerzogene Hyperaktivität auch dann befriedigen muß und will, wenn der Mensch nicht mehr soviel Zeit oder Lust dazu hat, und ihn, aus welchen Gründen auch immer, nun plötzlich oder öfter als bisher allein zu Hause läßt.

Gewiß soll der Mensch als Anführer und Partner viel mit dem Welpen spielen und die Bindungsbereitschaft des Hundes nutzen und fördern, doch gehört die Förderung seiner inneren Ausgeglichenheit und einer gewissen Unabhängigkeit, sein anfangs noch großen Ruhebedürfnis und seine noch begrenzte Fähigkeit, Eindrücke zu verdauen in die andere Waagschale. Für den hyperaktiven Randalierer lautet die Devise deshalb: Er muß - wieder - lernen, zu entspannen.

Ein etwas geordneter Tagesablauf mit klaren Aktivphasen und Ruhepausen kann dazu beitragen. Ebenso die Erkenntnis, daß das Ende der Aktivität keineswegs das Ende von Frauchens /Herrchens Interesse, Zuneigung und Präsenz bedeutet!

Bindung entsteht und festigt sich schließlich nicht nur durch gemeinsames Handeln, sondern auch durch simples Beisammensein in gelöster, ruhiger Atmosphäre. Eine Erkenntnis, die dem Besitzer genauso gut tut, wie seinem Hund.